Montag, 22. Juli 2013

Kapverden: Einige Eindrücke zu unserer Reise im April 2013


      Allgemein

-         Die geschichtliche Bedeutung der Kap Verden hat uns beeindruckt: z.B. bedeutenderSklavenhandel u.a. in Cidade Velha auf Santiago, Mindelo als wichtigen Stützpunkt für die Schifffahrt  im 19. Jahrhundert, Mindelo als Ausgangspunkt der ersten Flugüberquerung nach Südamerika).
-         Natürlich auch die sehr Sahara mässige Landschaft (die Kap Verden sind für uns wie 10 Sahara-Splitter in Meer) mit vereinzelten grünen "Oasen" wie z.B. Ribeira da Paùl;
-         die freundlichen und arbeitsamen Menschen.
-         Das Land ist recht demokratisch und wenig korrupt, das hat uns auch ein dort lebender Schweizer bestätigt.
-         Das sehr gut funktionierende und kostengünstige Taxisystem auf fixen Strecken oder privat nach Bedarf.
-          Und ….. die vielen Hunde und Katzen, die sich mit sehr wenig zufrieden geben müssen und doch nie aggressiv sind.


      Einzelerlebnisse und/oder Unterkünfte

      Folgende behalten wir in besonders guter Erinnerung:

      Auf Boa Vista:

-         das Guesthouse Orchidea (wir hatten offenbar Glück, es ist dort monatelang im Voraus ausgebucht und wir hatten kurzfristig die Reise geplant);
-        den selber organisierten Ausflug mit einem Quad zur Playa Santa Monica (20-30 km schönster Stand mit nur einem, allerdings riesengrossen Hotel).

      Auf Santiago:

-         das Guesthouse Strela des Schweizers Andreas in Tarrafal  (eher wie eine Jugendherberge vom Komfort her, aber kompensiert durch sehr freundlichen, unkomplizierten und aufmerksamen Gastgeber und durch wunderschöne Terrasse auf dem Hausdach);
-         die mehrstündige Wanderung in der Serra Malagueta. Kann gut mit Taxi und ohne Führer von Tarrafal aus gemacht werden.

Santiago,Tarrafal-Traumstrand
Auf Fogo:

-         der gebuchte Ausflug auf dem kleinem Fogo-Gipfel (mit dem Rundgang waren es doch 3-4 St. Wanderung) mit einem  jungen, recht gut Französisch sprechenden Führer. Es ist auch immer beeindruckend, wie Leute wie er keinen anderen Wohn- und Lebensort möchten, obwohl ihre Gegend harte Arbeit verlangt, sehr karg und abgeschieden ist!
-         das Colonial Guesthouse in Sao Filippe (etwas alt, aber mit Cachet).

Vallée de Paùl - Chemin muletier
Auf Sao Vicente:

-         den Stadtausflug in Mindelo, besonders das 20-minutige Konzert von 5 Musiker (nur für uns  beide) in der Werkstatt für Gitarren und Geigenbau.

Sao Vicente Mindelo

Auf Santo Antao:

-         das Guesthouse Aldeia Manga in der Ribeira da Paùl (sehr schöne Umgebung, ruhig, feine Küche inkl. für Vegetarier, angenehmes Personal, Schwimmteich, im Maximum 10 Gäste, dafür aber viele Kontakte zu den anderen Reisenden;
-         den zweiten organisierten Ausflug auf Santo Antao mit Mittagessen beim Taxichauffeur und die kleine Wanderung Ponta do Sol bis Fontainas (sehr malerisch inmitten einer eindrücklichen Landschaft);
-         die von uns organisierte Wanderung zwischen zwei Dörfern in der Mitte der Insel (mit dem Schweizer Reiseleiter Hans Roskamp, wohnhaft in Ponta do Sol, vor Ort gefunden dank Reiseführer Marco Polo);
-         die selber organisierte und mehrstündige Wanderung von Cova da Paùl über den Eselspfad hinab (mit Taxi von Ponta do Sol aus, weil uns junge Deutsche in Aldeia Manga doch von der Machbarkeit überzeugten).

Auf Sao Nicolau:

-         die Pension Jardim (sehr angenehmes kleines Hotel, es wurde für uns vegetarisch gekocht und das dritte Mal sogar ganz nach unseren Wünschen; sehr kostengünstig);
-         den Wanderausflug in den Naturpark Monte Gordo  (5 Std. Wanderung, teilweise über Stock und Stein, war etwas viel für uns, denn die Angaben der Parkverwaltung waren sehr dürftig bzw. z.T. falsch);
-         das Baden in einem Naturbecken am Meer bei Juncalinho (dank einer längeren Taxifahrt).

Parc Naturel Monte Gordo
Organisation und Betreuung

-         Das Konzept unserer Reise (Auswahl der Inseln, Dauer der Aufenthalte auf den einzelnen Inseln, Mischung von Tagen mit und ohne im Voraus organisierte Ausflüge) war sehr gut. Die Tage ohne im Voraus organisierte Tätigkeiten haben wir für kleine spontane Wanderungen, Ausruhtage oder für kurzfristig beschlossene Ausflüge mit/ohne Führung eingesetzt. Das hat sich sehr bewährt.
-         Der lokale Partner von Aquaterra, leistet vor Ort gute Arbeit und löst Probleme unkompliziert (z.B. bei der Einreise waren unsere Visaanmeldungen nicht oder noch nicht registriert und wir mussten um Mitternacht-Ortszeit doch noch ein Visa kaufen und bezahlen. Über den Taxichauffeur informierten wir einige Tage später die Agentur und bekamen das Geld dann auf Sao Vicente durch den dortigen Führer zurück!). Generell hatten wir pro Insel 2 bis 6 Male mit vorgebuchten Taxichauffeuren zu tun. Es waren jeweils immer die gleichen Personen, das war sehr angenehm.
-          Ebenfalls waren die von uns oder von der Agentur gebuchten Taxichauffeure immer zuverlässig und extrem pünktlich, auch um 05.30 am Morgen, wenn der Flug um Stunden vorverlegt wurde. Es hat immer gekappt, unglaublich.

Vila das Pombas

Zum Schluss vielen Dank an Aquaterra für die individuelle und intensive Reisevorbereitung, denn wir haben uns sehr kurzfristig angemeldet und der Zeitdruck war recht gross. Es hat alles geklappt und wir haben schöne Erinnerungen an diese Reise.



Eric Frischknecht

Donnerstag, 20. Juni 2013

Uganda - unterwegs in der Perle Afrikas



Ein letzter Blick auf die Packliste: „Haben wir alles dabei? Ja, nun kann es endlich losgehen!“ Wir fliegen heute nach Uganda und werden dort eine zweiwöchige Rundreise durch die Perle Afrikas machen. Nach dem Flug landen wir voller Vorfreude in Entebbe und können gleich den typisch afrikanischen Geruch wahrnehmen, der uns schon am Flughafen auffällt. Unser Abenteuer hat begonnen.

Am Flughafen werden wir von unserem Reiseleiter Isaac in Empfang genommen, der uns mit einem freundlichen:  „Willkommen in Uganda“ begrüßt. Isaac ist Ugander und spricht fließend deutsch. Er hilft uns beim Verstauen des Gepäcks im Auto und dann geht die einstündige Fahrt nach Kampala los. Während der Fahrt können wir viele kleine und kunterbunte Shops entlang der Straße entdecken. Schon von weitem sind die Hochhäuser von Kampala zu erkennen. Der stockende Verkehr und die vielen Autos, Menschen und BodaBodas (Motorradtaxis) gehören zum Alltag der ugandischen Hauptstadt.



Die erste Nacht verbringen wir in einer Lodge etwas außerhalb von Kampala mit wunderschönem Ausblick über den Viktoriasee und einem leckeren Abendessen auf der Terrasse der Lodge.
 


Der Kibale Forest Nationalpark

Nach dem Frühstück fahren wir in den westlich gelegenen Kibale Forest, der 13 verschiedenen Primatenarten ein Zuhause bietet. Wir passieren grüne Teeplantagen und fahren durch eine wunderschöne hügelige Landschaft. Aus der Ferne können wir sogar einen Blick auf das dritthöchste Gebirge Afrikas, das Rwenzorigebirge, werfen. 

Heute Nacht schlafen wir in einem der Baumhäuser mitten im märchenhaften Kibale Forest. Die Geräusche in der Nacht sind atemberaubend. Unser Baumhaus ist 8 Minuten Fußweg vom Haupthaus entfernt und wir haben das Gefühl ganz alleine im Wald zu sein.

Am nächsten Morgen nehmen wir an einer geführten Wanderung durch den Kibale Forest teil und treffen auf wildlebende Schimpansen und viele andere Affenarten, darunter schwarz-weiße Colobusaffen und Meerkatzen. Unser Guide erzählt uns, dass der Kibale Forest die höchste Primatendichte weltweit hat und hier mehr als 1500 Schimpansen leben. Während unserer Wanderung durch den Wald entdecken wir wunderschöne Schmetterlinge und viele unterschiedliche Vögel. Die hier lebenden Waldelefanten, bekommen wir leider nicht zu Gesicht, dafür aber einen blauen Riesenturako.




Nachmittags führt uns ein lokaler Guide durch das Bigodi-Sumpfgebiet. Er zeigt uns die umliegenden Dörfer und erzählt währendessen viel über die Lebensweise der hier lebenden Menschen.

Queen Elizabeth Nationalpark

Nach einem gemütlichen Frühstück begeben wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Queen Elizabeth Nationalpark, dem zweitgrößten Nationalpark in Uganda. Dieser grenzt an das Rwenzorigebirge, den Virunga Nationalpark und den Edwardsee. Uns erwartet eine abwechslungsreiche Landschaft mit offene Savannen, Kraterseen und Tropenwald. Bei der Fahrt zu unserer Unterkunft machen wir unsere erste Pirschfahrt durch den Park und sehen viele Antilopen, Elefanten und verschiedene Vogelarten. Am Nachmittag unternehmen wir eine weitere Pirschfahrt durch den Park, der einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt ein Zuhause bietet.

Die Bootsfahrt auf dem Kazinga-Kanal, der den Edwardsee mit dem Georgesee verbindet, gehört mit zu einem absoluten Höhepunkt unserer Zeit in Uganda. Hier sehen wir so unzählig viele Hippos, wie noch nie zuvor. Außerdem können wir vom Boot aus die durstigen Elefanten und Büffel entdecken. Die riesigen Krokodile am Uferrand, die wie Baumstämme daliegen sind nicht zu übersehen. Die Bootsfahrt ist die beste Möglichkeit um die wunderschönen Eisvögel, Pelikane, Komorane und Fischadler zu beobachten. Einfach nur unbeschreiblich schön!

Der südliche Teil des Queen Elizabeth Nationalparks ist für seine baumkletternden Löwen bekannt, die in den Baumkronen nach Schatten suchen und sich dort vor der heißen Mittagssonne verstecken. Es dauert nicht lange und wir können die hellbraunen Beine in den Baumkronen entdecken und die vollgefressenen Löwen beobachten.






Bwindi Impenetrable Forest

Nach einer abenteuerlichen Fahrt in den südwestlichsten Teil von Uganda bis zur Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und Ruanda erreichen wir hungrig und müde den Lake Mutanda. Unsere Lodge liegt direkt am See und hat einen wunderbaren Blick auf drei der Virungavulkane: Sabinyo, Gahinga und Muhabura.

Heute wird mir klar, warum in der Packliste stand, dass wir auch etwas wärmere Kleidung für kühle Abende einpacken sollen. Trotz der kühleren Temperaturen lädt der See zum Schwimmen ein – diese Chane lassen wir uns natürlich nicht entgehen! Am Abend gibt es noch ein leckeres Abendessen und einige Infos zum Gorillatracking am nächsten Tag. Wir haben das große Glück die Gorillafamilie Nkuringo besuchen zu dürfen, die aus 19 Gorillas besteht.

Gorilla Tracking

Früh am Morgen bringt Isaac uns mit ausreichend Proviant und Trinkwasser bepackt zum Startpunkt unserers Gorillatrackings, wo wir eine ausführliche Einführung bekommen.  Die verantwortlichen Ranger erklären uns, wie wir uns Verhalten sollen und  erzählen uns einiges über die Gorillafamilie, die wir heute besuchen werden. Dann ist es endlich soweit. Wir machen uns auf den Weg zu den Gorillas.
Die Träger helfen uns bei den besonders steilen Hängen. Nach einer fast zweistündigen Wanderung erfahren wir, dass wir eine Abkürzung, steil bergab nehmen können und dass die Gorillas ganz in der Nähe sind. Nach weiteren 30 Minuten ohne erkennbaren Weg, querfeldein, über Stock und Stein macht uns der Ranger auf die Schlafplätze der Gorillas, die wie überdimensional große Vogelnester aussehen, aufmerksam. Hier hat die Gorillafamilie ihre Nacht verbracht. Von hier aus folgen wir den Fraßspuren und weitere 30 Minuten später, hören wir die Gorillas in der Ferne. Von jetzt an sollen wir uns ruhig verhalten. Die Spannung steigt.

Nachdem die Ranger überprüft haben ob wir willkommen sind, dürfen wir uns nähern.
Der Anführer der Gruppe, der Silverback sitzt nur fünf Meter entfernt und beobachtet uns aufmerksam. Die Ranger haben uns am Morgen erzählt, dass diese Familie insgesamt vier ausgewachsene männliche Silverbacks und drei Jungtiere hat, die wir nun miteinander herumtollen sehen. Die anderen Gorillas liegen und sitzen entspannt herum und beobachten uns friedlich. Für mich war die Begegnung mit der Gorillafamilie ein unvergesslicher Moment und die Zeit mit den Gorillas ging leider viel zu schnell vorbei. Nach einer Stunde müssen wir uns leider wieder von der Gorillagruppe trennen, da wir sie nicht zu lange stören dürfen und brechen auf. Die Erinnerung an die Begegnung mit den Gorillas entschädigt uns für den anstrengenden Rückweg, den langen, steilen Hang nach oben. Unterwegs legen wir immer wieder eine Pause ein und kommen am Abend glücklich, aber sichtlich erschöpft in unserer Unterkunft an, in welcher schon ein warmes Abendessen auf uns wartet.



Entspannung am Lake Bunyonyi

Nachdem wir am nächsten Morgen ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt haben, verlassen wir den Bwindi Impentrable Forest und fahren in Richtung Lake Bunyonyi, wo wir mit einem Kanu auf eine der Inseln inmitten des Vulkansees paddeln. Hier haben wir einen Nachmittag und einen weiteren Tag Zeit, um den See per Kanu zu erkunden und Vögel zu beobachten. Die malerische Gegend um den Lake Bunyonyi ist der perfekte Ort, um sich von dem anstrengenden Gorillatracking zu erholen.

Lake Mburo Nationalpark

Völlig entspannt machen wir uns auf den Weg zum Lake Mburo Nationalpark, dem einzigen Park in Uganda, in dem Zebras leben. Aber nicht nur Zebras, sondern auch Warzenschweine, Uganda Kob und viele Topi können hier beobachtet werden. Ein kleines Highlight ist die Wanderung zu Fuß durch den Nationalpark, bei der man von einem Ranger begleitet und viel über die Tierwelt im Lake Mburo Nationalpark erfährt.















Kampala und Entebbe

Doch jeder Urlaub geht einmal zu Ende. Heute begeben wir uns auf den Rückweg. Unterwegs stoppen wir am Äquator und haben die Möglichkeit handgefertigte Kunst und Souvenirs zu kaufen. Danach fahren wir weiter nach Kampala. Wir verbringen eine weitere Nacht in der Hauptstadt und bekommen von Isaac den Geheimtipp uns den Sonnenuntergang vom Diplomate Hotel aus anzuschauen.

Am nächsten Morgen fahren wir früh in Richtung Entebbe, wo wir den Botanischen Garten besuchen und uns von unserer Reisebegleitung verabschieden müssen. Wir sind uns schon jetzt sicher: das war nicht unsere letzte Reise nach Uganda und wir hoffen schon jetzt, dass wir bald wieder zurück in die Perle Afrikas kommen können. Ein Besuch des Murchison Falls Nationalpark, des Mount Elgon und des östlichen Teils von Uganda ist für das nächste Mal geplant!

Tatjana Spähn, Produktmanager Aquaterra Travel

www.imaginemag.ch


Donnerstag, 28. März 2013

Marocco: Trekking, Wüste und Königsstädte

1. Tag: 1.9.12 Frankfurt – Casablanca - Marrakech

Abflug mit Royal Air Maroc von Frankfurt nach Casablanca. Nach der Landung gab es eine für arabische Flughäfen nicht unübliche Warteschlange bei der Einreisekontrolle! Hierfür sollte man ca. 1 Stunde Zeitpuffer einplanen. Am Ausgang wurden wir dann von unserem freundlichen französischsprachigen Fahrer empfangen, der über die gut ausgebaute Autoroute nach Marrakesch brachte (Fahrzeit ca. 3 Std.). Ankunft in unserem Hotel Le Meridien N’Fis (sehr gut) um ca. 1h nachts.

  Innenhof des Hotels Le Meridien N’Fis
                                                       

2. Tag: 2.9.12 Marrakech 

Stadtbesichtigung mit einem lokalen deutschsprachigen Guide Wir wurden morgens gegen 10h von unserem Guide vom Hotel abgeholt und haben Marrakesch teilweise zu Fuß, teilweise per Auto erkundet. Der Guide sprach sehr gut Deutsch und war auch inhaltlich sehr gut qualifiziert. Marrakesch ist eine Stadt, die nie schläft und die ein reichhaltiges kulinarisches Angebot bereithält. Für die städtebaulichen Sehenswürdigkeiten halten wir in der Rückschau einen Tag (im Einklang mit unserer Planung) für ausreichend, wenn man eine Rundreise plant.

Koutoubia-Moschee (Marrakesch)
                                                     

3. Tag: 3.9.12 Marrakech - Oukaimden Plateau – Tascheddirt

Gegen 9h wurden wir von unserem Trekkingguide mit dem Auto abgeholt und zum Ausgangpunkt unserer Wandertour, dem Oukaïmeden Plateau (2600m), gebracht. Die Gehzeit am ersten Tag betrug ca. 3-4 Stunden. Unsere Karawane, die uns die folgenden Tage begleitete, bestand aus zwei Maultieren mit jeweils einem Treiber. Sowohl der Guide als auch die Treiber waren sehr bemüht die Trekkingtour zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Die erste Nacht verbrachten wir in einem kleinen Igluzelt. Drüber hinaus wurden immer noch zwei weitere Zelte aufgebaut, in dem einen wurde gekocht und in dem anderen gegessen. Wir hatten während der gesamten Trekkingtour immer ein hervorragendes Frühstück mit frisch gepressten Orangensaft und frisch zu bereiteten Pfannkuchen. Mittags machten wir immer eine ausgiebige Pause an einem wunderschönen ruhigen Ort. Das Mittagessen war immer frisch zubereitet und bestand aus einer Salatplatte sowie einem Gericht aus Reis, Couscous oder Nudeln. Das Abendessen bestand aus einer Vorspeisensuppe, einem Hauptgericht (meist einer Tajine) und Obst zum Nachtisch. Vor jeder Mahlzeit wurde auch immer der gute „Whisky Berbère“ (Minztee mit grünem Tee und reichlich Zucker) gereicht. Die kulinarische Versorgung während der Wandertour war hervorragend!

Fantastische Picknick-Platten mit vielen frischen Zutaten




4. Tag: 4.9.12 Tascheddirt - Armed

Durch bergige Landschaften und an einem wunderschönen Flussbett entlang überquerten wir zuerst den Col de Addi (3000m) und machten dann über den Col de Tamaterte den Abstieg nach Armed (Laufzeit ca. 6 Std.). Übernachtung bei einer sehr netten Familie mit Gästezimmer „Roches Armed“. Sehr schöne Ausstattung mit einem traumhaften Ausblick. Direkt um die Ecke befand sich ein Hammam, welches auch Wanderer benutzen durften. Günstig und urtümlicher als in den großen Städten, daher sehr zu empfehlen!

Unser Guide (links), einer der Maultiertreiber (rechts hinten) und ich


5. Tag: 5.9.12 Armed – Cabane Neltner

Nach dem Frühstück ging es zunächst durch die Plantagen des Dorfes, dann begann der Aufstieg zum Col de Tidlit. Dieser erste Streckenabschnitt war etwas stärker frequentiert als die übrigen Etappen, da er an der Pilgerstädte Sidi Chamharouche vorbeiführt, die die Einheimischen regelmäßig aufsuchen. Hier und dort findet man immer wieder sehr nette Verpflegungsstellen. Am Nachmittag erreichten wir schließlich den Ausgangspunkt für die Besteigung des Toubkal-Gipfels (Gesamtlaufzeit ca. 6 Std.). Hier kann sowohl gezeltet, als auch in zwei Berghütten übernachtet werden. Die Mufflon-Hütte ist neuer und noch deutlich besser in Schuss, allerdings zogen wir aufgrund der großen Schlafsäle die ohnehin eingeplante Zeltübernachtung vor.

Längere Mittagpause um der Mittagshitze zu entkommen


6. Tag: 6.9.12 Besteigung des Toubkal-Gipfels

Geplanter Aufbruch zum Toubkal war gegen 5 Uhr morgens. Leider hatten wir aber über Nacht heftigen Wind bekommen, so dass wir eine halbe Stunde später, aber immer noch in völliger Dunkelheit, losmarschierten. Der Aufstieg führte auf rauen, aber passablen Wegen die 900 Meter hinauf zum Gipfel. Die Sturmböen machten jedoch den Aufstieg zu einer echten Herausforderung, insbesondere da der Taleinschnitt, durch den der Pfad führte, die heftigen Fallwinde begünstigte. Gegen 8.30 Uhr hatten wir es geschafft und standen glücklich auf dem zweithöchsten Berg Afrikas (4.167m). Am Mittag kehrten wird dann erschöpft zu unseren Zelten zurück (Laufzeit insgesamt ca. 6 Std.) und ruhten bei gutem Essen den restlichen Tag aus, da die Höhenkrankheit sich leicht bemerkbar gemacht hatte.

Fasziniert über den tollen Ausblick

                                                    
Gipfelaufnahme mit unserem Guide (rechts)

                                               
7. Tag: 7.9.12 Cabane Neltner – Col d’Oussem

Nach einer Nacht mit noch heftigeren Sturmböen schlugen wir unser Zeltlager ab und begonnen den Wandertag zunächst mit einem kurzen Aufstieg. Der anhaltende Wind machte jedoch die Etappe beschwerlich. Nach einem ebenso beschwerlichen Abstieg hatten wir es am frühen Nachmittag auf eine Höhe von ca. 2000 m geschafft, wo die Wetterbedingungen angenehmer waren. Dort machten wir zunächst eine ausgiebige Picknick-Pause. Nach kurzer verbleibender Wanderzeit und Passieren eines schönen Wasserfalls erreichten wir unsere nagelneue Hütte auf einer wenig tiefer gelegenen Alm (Laufzeit ca. 6-7 Std.). Die Hütte hatte erst 2 Tage zuvor den Betrieb aufgenommen und wurde nur von zwei weiteren Gästen angesteuert.

Unsere Karawane beim Abstieg


8. Tag: 8.9.12 Col d’Oussem – Imi Oughlade (bei Imlil) - Ouarzazate

Durchquerung des Tals Azzaden mit seinen ockerfarbenen Felsen und der grünen Vegetation nach Imi Oughlade (Laufzeit ca. 4 Std.). Hier endet am Mittag unsere Trekkingtour und so verabschieden wir uns von unserer Karawane. Nach dem Mittagessen geht es im Anschluss mit einem Minibus zunächst nordwärts nach Ourika und weiter über den Pass Tizi n’Tichka nach Ouarzazate (Fahrzeit ca. 5 Std.). Abendessen und Übernachtung im Hotel „Die Gärten von Ouarzazate“ (sehr gut).

      Tal Azzaden
                                                                

9. Tag: 9.9.12 Ouarzazate - Tinghir

Über die restliche Reisezeit wurden wir nun von einem Fahrer begleitet. Nach dem Frühstück begann die Weiterfahrt von Ouarzazate über die Straße der 1000 Kasbah gen Osten. Auf dem Weg besichtigten wir das Kasbah von Amerhidil bei Skoura. Im Anschluss durchquerten wir nordwärts der Fernstraße N10 nach Tinghir das Tal der Rosen mit seiner fruchtbaren Oasenlandschaft. Es folgte ein Mittagessen in einer ausgezeichneten Gîte d’Etape (Tamalout) und anschließend die Weiterfahrt zur Dades-Schlucht. Nach einer kurzen Besichtigung mit zahlreichen Foto-Stopps kehrten wir zurück und erreichten über die N10 die Stadt Tinghir. Abendessen und Übernachtung waren hier im Hotel Kasbah Tomboctou in Tinghir gebucht. Das Hotel ist geringfügig weniger komfortabel, hat allerdings ein sehr geschmackvolles Ambiente und sehr freundliches Personal.

Kasbah Amerhidil bei Skoura an der Straße der 1000 Kasbah


10. Tag: 10.9.12 Tinghir – Todraschlucht – Palmenhain – Tinghir

Nach dem Frühstück Transport zur wunderschönen und eindrücklichen Todraschlucht. Hier startet unsere Wanderung mit einem lokalen Guide durch eine Landschaft mit zerklüfteten Bergen (Laufzeit 3-4 Std.). Nach einem Mittagessen ging es durch die beeindruckende Palmenoase Richtung Innenstadt von Tinghir. Erneutes Abendessen und Übernachtung im Hotel Kasbah Tomboctou.

Palmenoase von Tinghir
                                                            

11. Tag: 11.9.12 Tinghir – Merzouga - Erg Chebbi

Nach dem Frühstück Fahrtantritt in Richtung Merzouga (Fahrzeit ca. 4 Stunden) in das Hotel Nomad Palace am Wüstenrand. Das Hotel ist ein einfaches 3- Sterne-Haus, mit allerdings überaus engagierten und serviceorientierten Mitarbeitern. Die Hotelanlage wirkte zudem sehr gut gepflegt. Nach einem Mittagessen und anschließender Ruhephase am Pool begann die Dromedartour erst gegen Abend, da die Temperaturen in der Sonne während des frühen Nachmittags auch im September noch über 40 Grad lagen. Einen Teil des Gepäcks deponierten wir in unserem Hotelzimmer. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang, den wir aus den Dünen heraus beobachteten, erreichten wir gegen 19.30 Uhr das Camp am Rand des Dünengebiets. Gemeinsames Abendessen mit anderen Teilnehmern und Übernachtung in Gruppenzelten.



Dromedar-Trekkingtour


                                                             



12 Tag: 12.9.12 Erg Chebbi – Merzouga

Nach dem Sonnenaufgang und anschließendem Frühstück ging es zurück zum Hotel Nomad Palace. Ruhetag am Pool und Abends Besuch einer nahegelegenenSiedlung sudanesischer Einwandererfamilien, die uns mit Gnaoua-Musik beglückten. Abendessen und Übernachtung im Hotel.



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Hotel Taddart in Midelte
                                                           
14. Tag: 14.9.12 Midelte – Fès

Weiterreise über den Col du Zad (2.178 m) und auf der Passstraße Kandar nach Ifrane im mittleren Atlas. Auf einem Hügel nahe einem Zedernwald konnten wir wild lebende Affen beobachten und füttern. Ankunft am Nachmittag in Fès und erste eigenständige Besichtigungen von Fès el Jdid (Neues Fès). Abendessen und Übernachtung im Hotel Volubulis (4-Sterne, im Zimmer lediglich etwas störende Zwischentüren zum Nachbarraum, die Lärm und Zigarettenrauch durchlassen).

Unser Fahrer füttert die wilden Affen
                                                    

15. Tag: 15.9.12 Fès

Stadtbesichtigung der berühmtesten der 4 Königsstädte Marokkos mit einer lokalen Führerin. Von allen Städten hat uns Fès aufgrund seines urtümlichen Charakters, insbesondere der alten Handwerksbetriebe, und der vielen baulichen Sehenswürdigkeiten am besten gefallen. Daher sollte hier auch ausreichend Zeit eingeplant werden, um die Altstadt mit ihren Koranschulen, der Karaouine- Moschee und –Universität sowie den einzelnen Souks zu besichtigen. Am Abend erneut Abendessen und Übernachtung im Hotel Volubulis.

Gerberei in Fès
                                                                    

16. Tag: 16.9.12 Fes – Meknes - Rabat

Nach dem Frühstück Fahrt zu den römischen Ruinen von Volubilis, anschließend Weiterfahrt nach Meknès. An diesem Tag war das Tagesprogramm zeitlich etwas knapp bemessen, da wir für Meknès nur gute 2 Stunden Besichtigungszeit hatten. Um dennoch möglichst viel von der Stadt zu sehen, gelang es unserem Fahrer, uns kurzfristig einen qualifizierten Stadtführer für eine anderthalbstündige Führung zu organisieren. Auch in dieser Stadt gibt es einiges zu sehen, wie z.B. das Mausoleum von Moulay Ismail, der die Stadt im 18. Jahrhundert zum „Versailles Marokkos“ machte oder das berühmte Stadttor Bab Mansour. Anschließend fuhren wir weiter nach Rabat, wo wir uns im komfortablen Hotel Le Diwan Rabat – Mgallery Collection einquartiert hatten.

Ruinen von Volubilis
                                                                   

17. Tag: 17.9.12 Rabat - Casablanca

Der halbe Tag in Rabat sollte effizient genutzt werden, denn auch diese Stadt hat vieles zu bieten. Hier kann allerdings problemlos eine Stadtbesichtigung ohne Guide gemacht werden. Am Mittag Weiterreise nach Casablanca. Dort erwartete uns eine 30-minütige Besichtigung der Moschee Hassan II. Eigentlich war im Anschluss eine Stadtrundfahrt mit einem lokalen Guide vorgesehen, leider hatten wir uns aber in Rabat in einem Fischrestaurant etwas den Magen verdorben und bevorzugten daher den direkten Transfer zu unserem Hotel Le Royal Mansour Méridien.



Moschee Hassan II in Casablanca
                                                     


18. Tag: 18.9.12 Casablanca

Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.



Generelle Anmerkung 

Uns hat am besten die Trekkingtour gefallen, die Landschaft ist einfach Atem beraubend und die Einheimischen sind sehr freundlich. In den Städten begegnet man auch freundlichen, aber teils etwas aufdringlichen und geschäftstüchtigen Menschen. Generell sollte man niemandem hinterherlaufen, der einem die Stadt oder einfach den Weg zeigen will, da man so schnell unnötig Geld loswird. Wenn man sich an die landesüblichen Gepflogenheiten (z.B. hinsichtlich Trinkgeldern) hält und sich mit dem Preisniveau vertraut macht, steht einem erholsamen Urlaub nichts mehr im Wege. Für uns war es eine traumhafte Reise – VIELEN LIEBEN DANK!